
England
- Zweiter Weltkrieg. Die vier Geschwister
Peter
(William Moseley), Susan (Anna Popplewell),
Edmund (Skandar Keynes) und Lucy (Georgie Henley) werden zum Schutz
vor den Bombenangriffen verschickt. Mit einem Schild versehen, landen
sie beim alten Professor (Jim Broadbent) und seiner mürrischen,
strengen Haushälterin (Elizabeth Hawthrone). Lucy versteckt
sich beim Spielen in einem Schrank und landet dabei überraschend
im magischen Land Narnia. Die Weiße Hexe (Tilda Swinton) hat
es mit einem Fluch belegt und so herrscht ewiger Winter. Einer Prophezeiung
nach kommen vier Könige,
die dem Land wieder Frieden und Ruhe schenken. Mit Hilfe des rechtmäßigen
Königs, Aslan dem Löwen, begeben sich die vier Kinder auf
eine abenteuerliche Reise und geraten in eine gewaltige Schlacht,
um dem Recht und dem
Guten wieder zum Sieg zu verhelfen.
Opulent.
Man merkt dem Film seinen Ursprung an - Walt Disney Pictures/Walden
Media als Produktionsfirma haben sich sichtlich nicht lumpen lassen.
Regie Andrew Adamson (er zeichnet für die Shrek´s verantwortlich)
und Spezialeffekte Richard Taylor (der Herr Der-Herr-der-Ringe-Kreaturen)
lassen einiges erwarten. So erinnern die Kampfszenen und einige Einstellungen
(wie zum Beispiel das Überqueren des steinernen Grats und die
mächtige
Berg-Kulisse) eben an den erwähnten Herr der Ringe.
Fast
schon übliche Kritik an Disney-Filmen - ein Film, der es verdient von
Erwachsenen gesehen zu werden, da er mehr birgt als die Umsetzung einer
Fantasy-Geschichte für Kinder. Die Rechtfertigung für die Altersfreigabe
mit 10 Jahren wird im Kino durch die Reaktion der Kids sofort Lügen
gestraft - Gelächter und Gejohle an Stellen, die im Grunde weder das
eine noch das andere wirklich auslösen. Das heißt, es werden Inhalte
nicht verstanden und die Fabelwesen teilweise als Basis der Erheiterung
gesehen.
Es
lohnt die Details zu sehen:
der Drittgeborene - im Familienverband
ohne entscheidende Rolle, ist er weder Erstgeborener noch ältester
Junge noch Nesthäkchen. Damit wird er für die Weiße
Hexe zum gefundenen Fressen oder besser zum Verbündeten, den man
sich mit Süßigkeiten
(türkischem Honig) erkaufen kann. Verrät er zunächst
die Geschwister,um sich endlich Anerkennung zu verschaffen, ist am
Ende doch
Blut dicker als Wasser.
Die
Fabelwesen wie Elfen, Faune, Minotauren und wie sollte es nicht anders
sein, König Löwe. Speziell Mr. Tumnus, der Faun, der
Lucy als erstes nicht menschliches Wesen begegnet, ist von bezauberndem,
liebenswertem Wesen. Der junge Schauspieler James McAvoy verkörpert
ihn - mit einem Blick in sein Gesicht fällt es leicht in die (unschuldige)
Fantasiewelt abzutauchen. Als ursprüngliche Begleiter von Dionysos,
dem Gott des Weines, haben Faune etwas leichtes, beschwingtes und durchaus
spitzbübisches - und das nimmt man McAvoy ab.
Die Weiße Hexe - sie ist die Böse in dieser Geschichte. Tilda Swinton
spielt diesen Charakter mit Stärke und gleichzeitiger Zerbrechlichkeit
(wir erinnern uns an ihre Darstellung des androgynen Erzengel Gabriel
in Constantine), die gleichzeitig auch Allegorie auf den Lauf der Natur
und die Abfolge der Jahreszeiten ist. Ihr Kleid ist eigentlich immer
das gleiche - es ändert sich nur und spiegelt so ihren Gemütszustand.
Zu guter letzt sei noch das christliche Motiv des Opfertodes erwähnt
- gibt ein Unschuldiger anstelle eines Schuldigen sein Leben, überwindet
er
selbst
den Tod
und ersteht
auf. Aslan weiß um die wahre Bedeutung des Spruches des steinernen
Tisches - die Weiße Hexe nicht, sonst hätte sie dieses Opfer wohl
nicht angenommen.
Alles
in allem ein sehenswerter Film, wenngleich eher für Kinder im Alter
über der Freigabe, mit etwas Fabel-Wissen oder erklärenden Eltern.

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