Juni
1993
eines
der letzten europäischen Sendemonopole
scheint der Vergangenheit anzugehören - das Monopol des ORF
fällt. Es werden Frequenzen ausgeschrieben und vergeben.
Herbst 1995
Aufhebung des neuen Radiogesetzes durch den Verfassungsgerichtshof
- es sind bereits 10 Lizenzen vergeben.
1. April 1998
endgültige Freigabe von 53 neuen privaten Radiosender.
93,4 wird an die Musikwelle Baden vergeben und geht in Betrieb.
2003 wirft Betreiber Leskovec aus finanziellen
Gründen das Handtuch,
legt die Lizenz zurück. Radio Sonne ist zwischen 2001 und
2003 Gastsender auf 93,4 und erwirbt letztendlich die Sendeanlage. Die
KommAustria schreibt die Lizenz gemäß Privatradiogesetz
neu aus. So weit so gut.
Ein Zusatz in der Ausschreibung macht diese Frequenz zum heiß umkämpften
Objekt der Begierde. „Es wird darauf hingewiesen, dass im Rahmen
dieser Ausschreibung im Sinne einer Optimierung der Nutzung des Frequenzspektrums
auch Anträge eingebracht werden können, deren technisches Konzept
die Nutzung der ausgeschriebenen Übertragungskapazität an abweichenden
Standorten vorsieht, soweit dies fernmeldetechnisch realisierbar ist.“
Was
einen Standort Wien zulässig macht …
Bewerber
um die Frequenz:
Radio Europa - ein
multikulturelles Radioprogramm. Beantragter Standort Sendeturm Arsenal
plus einem schwachen Gleichwellenfüllsender
im Stadtgebiet von Baden. Betreiber TV-Produktionsfirma Meekorah.tv
AIR 93,4 – Nonstopmusik, Informationen
rund um den Flughafen Schwechat. Styria will 50,05% des Senders übernehmen.
Kein Lokalbezug zu Baden.
Radio Maria - Christlicher Sender dessen Format
bereits von "Radio
Stephansdom" abgedeckt wird.
Energy - CHR-Sender
NRJ mit dem Standort Harzberg. Zieht seine Bewerbung wieder zurück.
Radio Arabella - der Sender soll zum Lindkogel verlegt
werden, was aber international nicht koordinierbar ist. Das Konzept wird
damit abgelehnt.
Party FM tritt mit einem Gleichwellenkonzept
Arsenal - Füllfrequenz
in Baden an.
Radio Country Star mit Betreiber Starlet AG, die bereits
in Spittal eine Lizenz besitzt.
Sonne.at - Firma Wertimpulse
GmbH bietet ein Wohlfühl-Familienprogramm
mit hohem Baden-Bezug an, ist als Gastsender bereits am Ausstrahlen
eines Programmes beteiligt.
93-Vier - Radiomanagement GmbH will ein lokales
Vollprogramm bringen (Parallelen zu Musikwelle Baden – auch
von der Finanzierbarkeit)
Sommer 2003
Parallel zum laufenden Verfahren sucht Radio Sonne für seine Badener
Kund- und Hörerschaft nach einer Möglichkeit weiter zu senden.
Radio Sonne beantragt und erhält eine „Eventradiozulassung“,
die zwar zeitlich beschränkt, aber dazu geeignet ist, die Stille
auf 93,4 durch ein „sonniges“ Eventradioprogramm erfolgreich
zu vertreiben.
März
2004
Radio Maria erhält den Zuschlag. Einige Mitbewerber, u.a. auch
Radio Sonne legen Beschwerde ein.
1. Sept. 2004
Radio Sonne beantragt und erhält seine 2. Eventradiozulassung und
geht wieder mit seinem sonnigen „Total Lokal“-Programm on
Air.
14. Oktober 2004
Der BKS (Bundeskommunikationssenat) soll über die Dauerlizenz
entscheiden. Für Radio Sonne bedeutet das die Chance, noch vor
Ablauf seiner Eventlizenz nahtlos per Dauerlizenz weiterhin sein
Sendegebiet von Wien Oberlaa bis Wiener Neustadt über 93,4 MHz
bestrahlen zu dürfen. Der Sachverständige ist jedoch erkrankt,
also nächste Entscheidungsmöglichkeit: 11. 11. 2004.
8. November 2004
Radio Sonne muss den Betrieb einstellen.
11. November 2004
keine Entscheidung und Vertagung auf 14.12.2004 – Stille auf
93,4
14. Dezember 2004
keine Entscheidung und Vertagung auf
20.1.2005
20.
Jänner 2005
die Vergabe steht laut
BKS gar nicht auf der Tagesordnung. Radio Sonne wartet vergeblich.
"Ist ja nicht so tragisch sind ja nur
15 Arbeitsplätze
betroffen".
28. Februar 2005
neue Sitzung. "Für den
Richter muss Rechtssicherheit gewährleistet sein!" -erklärte
der Präsident
des Senates. Fehlende technische Details der KommAustria machen auch
diesmal eine
Vergabe unmöglich.
Aber am 31. Mai 2005 wird ganz sicher entschieden.
Was diesmal tatsächlich
passiert - das gesamte Verfahren wird an die erste Instanz,
an die KommAustria zurück verwiesen. D.h., der erste Bescheid
wird aufgehoben und das Prozedere beginnt von vorne. Alle Bewerber
noch einmal
an den Tisch …
18.10.05
2
Monate sind vergangen. Kein Zeichen. Die Entscheidung steht an. Die
Behörde sichert nach einer telefonischen Auskunft eine Entscheidung
im Dez. 05 zu. Die bleibt aus.
Noch
im Dezember reicht Radio Sonne für seine geduldigen Hörer
und Kunden das 3. Eventradio ein. Mitarbeiter halten, Werbeverträge
erfüllen, von Eventradio zu Eventradios hüpfen, das ist die
einzig mögliche Alternative zur nicht erteilten Dauerlizenz. Immer
wieder ein kleines bisschen Äther, ein kleines bisschen Sendefreiheit
- die auch noch hart erarbeitet sein wollen, wie die neuerste Entwicklung
zeigt: denn im Jänner 06 wird erstmals die Eventlizenz nach Ermessen
und auf ein dem eingereichten Projekt widersprechenden Zeitraum erteilt.
Statt 4 Wochen sind es 2 - damit für die damit verbundenen Werbeverträge
unbrauchbar. Projektstart soll 20. Jänner sein - telefonisch erhält
man die Auskunft, dass Anfang Jänner die Zusage erteilt wird. Am
25. Jänner wird sie tatsächlich erteilt - für das Projekt
zu spät. ... und Verlängerung gibt es keine.
Wie gesagt – es sind nur 15 Mitarbeiter; es sind nur 54 Gemeinden,
die zu den Kunden und Werbepartner zählen. Es mag alles rechtens
sein, aber es ist und bleibt ein typisch österreichisches Kasperltheater,
bei dem David (oder besser Gerhard Pellegrini) als Krokodil auftritt
und mit dem Knüppel eines übergezogen bekommt. Ist nur zu hoffen,
dass er einen Sturzhelm auf und den Mut Davids im Herzen hat.
Update
19. April 2006
Trotz
Zusage des Leiters der KommAustria im März
zu entscheiden, bis heute keine Vergabe der Badener Radiofrequenz 93,4
MHz.
Kommentar?
Wohl überflüssig.
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Radio Sonne - die Abbildung wurde nur zur Illustration
des Textes verwendet, daher bleibt das Copyright unberührt.
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