zur StartseiteMedienanalyse

Print-Medienvisuelle MedienAudio-MedienOnline-MedienKino / TVKinder-MedienSonstiges


McDonalds´verunglückter Werbespot


medienmagazin.com setzt sich bekanntermaßen kritisch mit Medien auseinander und ist bemüht immer das große Ganze im Auge zu behalten. In diesem Gesichtsfeld taucht naturgemäß auch immer wieder Werbung auf - teilweise positiv, teilweise nervend und teilweise negativ. So geschehen am 13.2.2006, 9:20 in einem österreichischen Privatradiosender.

Kluge Köpfe sind damit beschäftigt Konsumentenverhalten zu erforschen, Vorlieben zu entdecken, Trends vorab zu erkennen und ständig Neues und Bemerkenswertes zu kreieren. Bemerkenswert im wahrsten Sinn des Wortes, denn nur wer bemerkt wird, hat Chancen seinen Marktanteil zu festigen oder gar auszubauen. Trendsetten – Bedürfnisse schaffen und diese ganz „nebenbei“ decken.

Doch wie den potentiellen Kunden erreichen? Wir kennen sie alle, diese 10-20 TV- oder Radio-Sekunden, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Die gestellte Aufgabe: Was zu sagen/zeigen ist, in griffige, kurze und einprägsame Botschaften verpacken, die jeder bewusst und unbewusst aufnimmt – ohne Ansehen von Person, Geschlecht oder irgendeinem erdenklichen anderen Unterscheidungsmerkmalen und doch gleichzeitig auf die – genau DIE – Zielgruppe abgestimmt. Alles in Allem eine Wissenschaft, ein Zusammenführen von Studien, Umfragen, Analysen …. und einem gewissen Quäntchen Intuition und menschlichem Gespür.

Wer genau ins Schwarze trifft, hat gewonnen – hat ein „Brand“ erschaffen. Ein „Brand“ hat es geschafft und sich tatsächlich in unsere Köpfe gebrannt. Beispiele – unsere Großmütter und Mütter haben die Wäsche silanisiert und nicht weichgespült. „Nicht immer, aber immer öfter …“. Ein kleines Krokodil auf dem Pullover und man weiß Bescheid. Diese Brands oder Marken sind mit einem bestimmten Image, Lebensgefühl, Aussage und Bild verbunden. So wird Werbung auch zum Spiegelbild der Gesellschaft und gleichzeitig zum Meinungsbildner.

Werbespots - von kreativen Köpfen auf dem Reißbrett erfunden. Genau da liegt auch Verantwortung und Gefahr. Die Umsetzung mag im Studio noch witzig und cool erscheinen, einmal veröffentlicht kann sie sich aber zum Selbstläufer in eine gefährliche Richtung entwickeln und sich als negativer Meinungsbildner in die Köpfe schleichen.

mcdonalds logo

Solch ein verunglückter Spot lief am 13.2.2006, 9:20, in einem österreichischen Privatradio:
Die Großmutter im Gespräch mit dem Enkelkind. Sie ist bereit einen Euro „springen“ zu lassen und möchte wissen, worin das Geld angelegt werden wird.
Perfekt – McDonalds bietet gerade seine 1-Euro-Produkte an, die Auswahl dementsprechend groß. Doch taucht jetzt die Frage auf, was passiert, wenn die Oma den Euro doch nicht hergibt. Wie beständig ist die Zuneigung dann?

Man hört eine schallende Ohrfeige.

….

Das erhoffte Lachen bleibt einem im Hals stecken. Klar, über Geschmack lässt sich streiten. Aber welche Botschaft soll bitte hier vermittelt werden. Somit wurde Seitens des medienmagazin.com folgende Anfrage gestellt:

Aufforderung zur Stellungnahme 1

Es folgt die Beschreibung des bewußten Spots.

Aufforderung zur Stellungnahme 2

Jetzt kann man meinen: naja, ein so ein Spot, was kann der denn schon anrichten. Hand aufs Herz – würden Sie ein Puzzle von 1000 Teilen kaufen, wenn ein Teil fehlt und sie sowieso 999 andere zur Verfügung haben? Jeder einzelne Teil trägt zum Gesamtbild bei. Jeder einzelne Spot ist im großen Zusammenhang zu sehen und gesamt zeichnen sich bedenkliche Entwicklungen ab – Einsatz von Gewalt nimmt in der Werbung zu (z.B. werden immer mehr Männer geschlagen), vom Jugendwahn oder Rollenbildern ganz zu schweigen.

Am 15.2.2006 erreichte uns dann folgende Stellungnahme der Communications & RMCC Managerin von McDonalds Österreich.

Stellungnahme McDonalds

Das heißt, in ihrem Bemühen anzukommen, schießen manche einfach übers Ziel. Es ist daher notwendig immer wieder zu hinterfragen, was tatsächlich an Botschaft weitergegeben wird. Großkonzerne heften sich „Social Responsibility“ an die Fahnen. Man muss sie nur manchmal genau darn und an ihre Macht und die damit verbundene Verantwortung erinnern.

Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Gerade deshalb müssen sich Konsumenten wie Produzenten ihrer eigenen Verantwortung bewusst werden:
nicht alles konsumieren zu müssen und sich kritisch mit Dingen auseinander zu setzen bzw. die gesellschaftliche Beeinflussung durch jede kleinste Einheit eines Mediums zu realisieren.

 

Logo McDonalds - Quelle www.mcdonalds.at; die Abbildung wurde nur zur Illustration des Textes verwendet, daher bleibt das Copyright unberührt.


KontaktImpressumempfehlenswerte LinksVeranstaltungskalenderSeitenempfehlung